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c't 1/97, S. 70

Matthias Carstens

Mäusedruckerei

Fine Print 1.04: Druckertreiber für Windows 3.x und 95

Das Drucken mehrerer Seiten auf einem einzigen Blatt Papier zur Erzeugung kompakter Handbüchlein war schon unter DOS beliebt. Mit Fine Print ist das nun bequem unter Windows möglich - auch ohne PostScript.

Fine Print ist ein ganz 'normaler' Druckertreiber, den man wie üblich unter Windows 3.x oder 95 anmeldet. Nach der Installation erscheint er im Drucken-Dialog neben beispielsweise HP LaserJet und WinFax als eines der wählbaren Ausgabegeräte. Ein leicht verständliches Konfigurationsfenster öffnet sich automatisch vor jedem Ausdruck. Hier kann der Anwender zwischen mehreren Varianten wie 2fach quer, 4fach hoch, mit oder ohne Begrenzungsrahmen, zwei Sortierreihenfolgen sowie einigen Beschriftungsoptionen wählen. Nach Einstellung und wahlweiser Speicherung aller Optionen unter einem beliebigen Namen entscheidet schließlich der Eintrag im Feld 'Printer', an welches reale Ausgabegerät Fine Print die veränderten Druckdaten weiterleitet.

Der Unterschied zu DOS-basierten Lösungen ergibt sich aus Windows' grafischen Fähigkeiten. Während früher der reine Text per verringerter Schriftgröße neu ausgegeben wurde, und sich dadurch auch Zeilenumbruch und Formatierung änderten, erhält Fine Print das Originallayout vollständig. Egal ob reiner Text, Grafiken oder beides, es wird einfach nur neu skaliert und gedreht. Damit erhält selbst der Besitzer eines Tintenstrahldruckers einen Hauch PostScript-Komfort, denn dort sind Skalieren, Drehen oder ein nachträglich eingesetztes Wasserzeichen selbstverständlich.

Eine Ausgabe im 'Mehrfachpack' ist in vielerlei Hinsicht nützlich, sei es die Platz- und Papierersparnis, die Wandlung DIN A4 auf DIN A5 oder kleiner, ohne die Originaldatei ändern zu müssen, oder die übersichtliche Archivierung von Texten. Wer schon einmal 100 Seiten Manuskript ausgedruckt hat, erfreut sich dank Fine Print nicht nur an gespartem Papier und gesparter Tinte, sondern auch an einem doppelt bis viermal so schnellen Druckvorgang. Fine Print selbst arbeitet blitzschnell und fällt dabei nicht ins Gewicht.

Bei der Verwendung von Faxprogrammen kann man sogar bares Geld sparen. Druckertreiber wie WinFax sind nämlich auch als Ausgabegerät wählbar und ergeben im Modus 'Fein' einwandfreie Faxe bei reduzierter Übertragungszeit. Allerdings sollte man dem Empfänger hier keine vier Seiten auf einem Blatt zumuten.

Unter den Beschriftungsfunktionen (Stationery) findet sich neben Seitenzahl, Datum, Uhrzeit, Kopf- und Fußzeile auch ein frei definierbares Wasserzeichen. Der vom Anwender eingegebene Text wird bei einer festen Drehung um 45É auf das gedruckte Dokument gesetzt. Font, Schriftgröße, Schriftschnitt und Farbe des Wasserzeichens sind ebenfalls einstellbar. Damit erhält jeder Anwender einer Textverarbeitung unter Windows die Möglichkeit, auch seine unveränderten Dokumente (Option 1 Up) mit Wasserzeichen zu versehen (per Fax, Ablage, Archiv, Top Secret etc.). Bei einem kleinen Feldversuch ergab sich jedoch, daß diese Funktion nicht in allen Drucker-/Betriebssystemvariationen in der Lage ist, das Wasserzeichen in Hellgrau (und damit transparent) auszugeben. Auch Winfax verhielt sich teilweise ablehnend. Die Autoren haben weitere Verbesserungen hierzu angekündigt.

Fine Print ist ein kleines, feines Tool, welches - vollkommen streßfrei einzusetzen - Nutzen und Funktionalität der Windows-eigenen Druckausgabe stark erhöht.

 

c't magazin Copyright by Verlag Heinz Heise. Zuletzt geändert von Stephan Ehrmann, 27.02.97

 

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